© 2010 Tobias Seifert

Ort der Erleuchtung

Nicht Tibet, nicht Bhutan, nicht Nepal, nicht Thailand, nicht Japan und auch nicht China – die Geburtsstätte des Buddhismus liegt in Indien. In Bodhgaya,  unter einem Bhodi – Baum am heutigen Mahabodhi Tempel kam Buddha die Erleuchtung und seine Philosophie, der Buddhismus entstand. Der Baum ist nach einer kleinen Odysee mit Hilfe eines Original-Absenkers (genetisch überprüft) nach zwischenzeitlicher Abstinenz wieder an Ort und Stelle. Millionen Pilgerer aus aller Welt zieht es jedes Jahr in das kleine Städtchen südlich von Gaya um den zum Weltkulturerbe gehörenden Mahabodi Tempel (mit eigenem Indischen Mahabodhi-Tempelgesetz) zu besuchen und Gebete oder Meditationen abzuhalten. Alle asiatischen Länder mit hohem Bhuddismus-Anteil haben zu dem repräsentative  Kloster vor Ort, die ebenfalls als Beetstuben dienen. (Und auch als Touristenunterkunft, wie ich leider zu spät bemerkt habe) Der Dalai Lama hält in Bodhgaya jedes Jahr große Messen, zu Tausenden zieht es dann die Gläubigen nach Indien. Interessant für Touristen ist hier vor allem, die verschiedenen baulichen Stilelemente zur Interpretation der Religion zu betrachten. Neuestes Highlight ist uebrigens eine 25m hohe Statue von Lord Buddha, in der sich über 20000 kleine Buddha-Bronzestatuen befinden sollen. Murudeshwar kam mir bei dessen Anblick in den Sinn. (Bhudda ist laut Überlieferung eine Inkarnation des hinduistischen Lord Vishnu) Trotzdem erscheint auf den ersten Blick alles unwirklich, zu stark ist der Unterschied zu den restlichen Stadtabschnitten von Bodhgaya. Die Armut der Bevölkerung hier (wie generell im Staat Bihar) ist groß. Lehmhütten sind hier eine gängige Form des Wohnens. Ein Anblick, an den ich mich erst gewöhnen musste. Auch die „Locals“ sehen die Monasterien und den Bhuddaboom mit gemischten Gefühlen. Die Regierung hat beschlossen, das 2031 in einem Umkreis von 6km um den Tempel keine Bevölkerung mehr zu wohnen hat. Es läuft auf Zwangsumsiedlung hinaus. Und auch so seien die Geschäfte mit den Glaubigen schwierig, wie mir ein Restaurantbesitzer erzählte. „Die großen Monasterien leben von Spenden und können hier völlig unabhängig leben. Sie kaufen Land und bauen hier immer weiter.“ So baut zur Zeit der Bhutan einen neuen, noch größeren Tempel vor Ort, direkt neben dem Restaurant. Ob die Fertigstellung etwas das Geschäft ankurbeln würde frage ich, „Die Leute wollen wir hier nicht“, erwidert der Eigentümer.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>