© 2010 Tobias Seifert

Auf den Spuren von 007

Als letzter Stop vor der Rückkehr nach Manipal stand Udaipur auf meinem Reiseplan. Und auch diesmal verlief die Anreise alles andere als reibungslos. Nicht der Ankunftsort, sondern eher die Ankunftszeit war diesmal das Problem. 04.00Uhr in der Früh kam mein Bus am Busbahnhof in Udaipur an. Denn eigentlich wollte ich per Bahn anreisen, doch mein Zug fiel am Vorabend in Jaipur aus, (oder ich hab ihn schlicht übersehen [obwohl ich am planmäßigen Gleis stand], auf dem Bahnhof war die Hölle los). Ein Versuch, einen späteren Zug zu erwischen (in zwei verschiedenen Wartenschlangen unter Dauerbeobachtung 1h anstehen, um schlussendlich gesagt zu bekommen, dass keine Tickets mehr zu bekommen sind) scheiterte. Also per Riksha im Dunkeln auf dem Busbahnhof in Jaipur und den letzten Regierungsbus erwischt (vorher diverse Ticketverkaufsversuche des Rikshafahrers abgewehrt).  Die Busfahrt war extrem ruhig, doch die Ankunft in Udaipur hotel-eincheck-ungünstig. Was also machen? Meine Headlampe aufgesetzt, erneut zahlreiche Rikshafahrer wegen Abzocke abgewimmelt (Ich: What? U are telling me the way to my hotel is longer than 7kms? Riksha-Wallah: “Yes” Ich: “Look at my gps: -3km- Thanks!) Und dann marschierte ich los. Was ich nicht bedacht hatte: Schlafende Hunde entlang des Weges. Natürlich wachten die Bellomaten auf und machten den Weg durch die Gassen hinunter zum Picola Sea zu einer Art Spießrutenlauf. Glücklicherweise hat mich keiner gebissen. Die Gute Seite daran: Ich war nun munter, Adrenalin sei dank. Mein Hotel war noch geschlossen, also hatte ich genügend Zeit mich am Sea zu platzieren und mit Reiselektüre auf die Sonne zu warten. Hatte auch mal was. In den folgenden zwei Tagen erkundete ich die Stadt, und wandelte quasi auf James Bond’s Spuren (Octopussy wurde in Udaipur gedreht.) Aufgrund der teilweise künstlich erschaffenen Seenlandschaft wird Udaipur auch “Romantic City” genannt. Allerdings herrschte während meines Aufenthaltes auch hier Wassermangel, was die visuelle Stimmung dämpfte. Seit sechs Jahren wären die Seen nicht mehr gefüllt gewesen. Und was machen die Inder aus dieser Situation? Spielen Cricket und Fussball auf den trockenen und mit Gras bewachsenen Seen-böden. Warum eigentlich nicht? Weitere Highlights für mich: Der City-Palace der Mugal-Dynastie, die königliche Autosammlung (spezial-angefertigte Rolls Royce, z.B. Geländewagen), Darohar Volklore, der fulminante Jagdish Tempel und natürlich die sagenhaften Sonnenuntergänge. Danach gings per Flieger über Mumbai zurück nach Mangalore. Ein wenig Wehmut war schon dabei, aber die Freude, wieder nach Manipal zu kommen half darüber hinweg.  Übrigens mußte ich damit meinen Plan begraben, ausschließlich per Bahn und Bus durch Indien zu reisen. Grund für den Flug: Es gab einfach keine Zugverbindung, die mich  innerhalb von zwei Tagen(!) nach Manipal gebracht hätte. Da wäre selbst Bond aufgeschmissen gewesen. Obwohl… mit der Telefonnummer von Q…

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