© 2011 Tobias Seifert

Begegnungen auf indisch

So ein halbjähriger Aufenthalt im zweit-bevölkerungsreichsten Land der Welt ist eine Herausforderung. Auch fototechnisch. Was und wie fotographiere ich? X-beliebige Möglichkeiten werde da geschmacks- und talente-äquivalent zu Rate gezogen. Man könnte Selbst-Sprungbilder an malerischen Stränden im Social-Network der Wahl posten, wahrscheinlich Sehenswürdigkeiten in  statistisch weltweit gleicher Motivwahl knipsen oder auch die gerne geschossenen vor-irgendwas-stehen-Bilder in Blog und Fotoalbum kleben.  Geschenkt. Obwohl ich des öfteren zu hören bekam: “Von Dir gibt es ja kaum Bilder.” Stimmt, ich stand zwar in Indien auch ab und zu vor interessanten Gebäuden, hatte mal Kuchen oder mal Farbe im Gesicht oder war auch Teil diverser Gruppenbilder. Doch irgendwie waren die Dinge um mich herum, das was mehr zählt. Ich wollte das festhalten, was ich tagtäglich erlebe und dabei authentisch bleiben. Mehr als alles andere faszinierten mich dabei vor allem die Menschen, denen ich unterwegs immer wieder begegnet bin. Zahlreiche Anekdoten schwirren einem dazu durch den Kopf, zu jedem Bild gibt es eine Geschichte. Und die Erinnerungen sind immer auch mit einem Lächeln verbunden. Denn, neben den üblichen Regel bestätigenden Ausnahmen war es diese freundliche Aufgeschlossenheit, die mir eigentlich an jedem Halt während des Trips durch die Menschen entgegengebracht wurde. Klar, dass dabei die Kamera nich fehlen durfte. Mir fiel es am Anfang eher schwer, die Inder in Portait-Größe zu fotographieren. Nur mit einem 18/55mm Objektiv ausgestattet funkionierte es eben nicht, mal flux das Gesicht aus “sicherer” Entfernung auf die Speicherkarte zu bringen. Also fragte ich nach oder zeigte freundlich auf meine Kamera. Dann konnte das “Fotoshooting” eigentlich fast immer aus nächster Nähe über die Bühne gehen. Vielleicht war gerade das (neben Glück und schnellem “Zücken” der Kamera in manchen Situationen) der Schlüssel zu den vielen Foto-Begegnungen. Vielmals zeigten sich auch Inder interessiert an meiner Kamera und baten durchaus auch mal selbst darum, abgelichtet zu werden (Was viele auch nicht davon abhielt, mich per Handy digital-optisch festzuhalten). In(d)eresse beiderseits - sozusagen.

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